Herstellung Roséwein

Herstellung von Roséwein: Drei Wege zur rosafarbenen Flasche

Roséwein wird häufig missverstanden als simple Mischung aus Rot- und Weißwein. Tatsächlich entsteht die charakteristische Farbe meist auf ganz andere Weise – durch begrenzten Kontakt mit roten Traubenschalen.

Direktpressung (Pressurage direct)

Bei dieser Methode werden rote Trauben direkt nach der Ernte gepresst, ähnlich wie bei der Weißweinherstellung. Der Saft hat dabei nur sehr kurzen Kontakt mit den Schalen, wodurch ein besonders helles, oft blasslachsfarbenes Rosé entsteht. Diese Methode wird zum Beispiel für viele Roséweine aus der Provence genutzt.

Kurze Maischestandzeit (Rosé de saignée als Nebenprodukt oder als Hauptziel)

Hierbei bleibt der Most einige Stunden bis wenige Tage in Kontakt mit den roten Traubenschalen, bevor er abgezogen wird. Je länger der Kontakt, desto intensiver die Farbe. Diese Methode ermöglicht kräftigere, aromatischere Roséweine mit mehr Struktur.

Saignée-Methode ("Bluten")

Bei der Saignée-Methode wird ein Teil des Safts während der Rotweinherstellung früh abgezogen ("abgeblutet"), um den verbleibenden Rotwein zu konzentrieren. Der abgezogene, rosafarbene Saft wird separat zu Rosé vergoren. Diese Methode entsteht also oft als Nebenprodukt der Rotweinerzeugung.

Warum wird Rosé fast nie durch Verschneiden hergestellt?

Das Mischen von fertigem Rot- und Weißwein ist in den meisten europäischen Weinbauregionen für Rosé gesetzlich nicht erlaubt – mit Ausnahme von Rosé-Champagner, wo diese Methode traditionell zulässig ist.

Nach der Farbgebung: Der weitere Ausbau

Nach dem Abzug von den Schalen wird Roséwein meist wie Weißwein weiterverarbeitet: kontrollierte Gärung bei niedrigen Temperaturen, um die Frucht- und Blumenaromen zu erhalten. Ein Ausbau im Holzfass ist bei Rosé eher selten und wird meist nur bei kräftigeren Stilen eingesetzt.

Welche Rebsorten eignen sich für Rosé?

Nahezu jede rote Rebsorte kann zu Rosé verarbeitet werden. Besonders verbreitet sind Grenache, Cinsault und Syrah in Frankreich, Sangiovese und Nero d’Avola in Italien sowie Spätburgunder in Deutschland.

Häufige Fragen

Ist heller Rosé automatisch besser?

Nein, die Farbe sagt nichts über die Qualität aus – sie zeigt lediglich den Stil und die Kontaktzeit mit den Schalen an.

Warum schmecken manche Rosés süßer?

Das hängt vom gewählten Ausbaustil ab, nicht von der Herstellungsmethode selbst – viele hochwertige Roséweine werden bewusst trocken ausgebaut.

Fazit

Ob Direktpressung, kurze Maischestandzeit oder Saignée – jede Methode erzeugt einen eigenen Rosé-Stil. Entdecke unsere Roséwein-Auswahl und finde deinen persönlichen Favoriten.

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