Finde deinen Lieblingswein
Weine aus Deutschland-Frankreich-Italien

Anita Pankratz - 19 / Oct / 2022

Herstellung von Schaumweinen

Herstellung von Schaumweinen

Champagner, Crémant, Sekt, Prosecco und Cava gehören zu den Schaumweinen. Aber was ist der Unterschied zwischen diesen Sorten? Wie werden sie produziert? Das alles erfährst du in diesem Artikel.

Champagner, Crémant, Sekt, Prosecco und Co. – Unterschiede und Herstellung

Was sind Schaumweine?

Französischer Champagner und Crémant, deutscher Sekt, italienischer Prosecco Spumante und auch der spanische Cava zählen zu den Schaumweinen. Bestimmte Stillweine (Grundweine) werden nach der Gärung zu Schaumwein weiterverarbeitet. Diese Grundweine müssen geringe Alkohol- und Schwefelgehalte, aber eine stärkere Säure aufweisen. Für Schaumweine erntet man die Trauben früher, um ausreichend Säure in den Weinen zu erhalten. Denn diese feine Säure macht hochwertige Schaumweine aus.

Zur Herstellung von Schaumweinen stehen mehrere Techniken (Tankgärverfahren oder Flaschengärverfahren) zur Verfügung.

Schaumwein ist der Oberbegriff für weinhaltige Getränke in Flaschen, die aufgrund ihres Gehalts an Kohlenstoffdioxid unter Druck stehen. Damit Wein als Schaumwein bezeichnet werden darf, müssen bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllt werden:

  • Angabe des Herkunftslandes auf dem Etikett.
  • Alkoholgehalt von mindestens 9,5 Volumenprozent.
  • Der Gesamt-Schwefeldioxidgehalt darf 235 mg/l nicht überschreiten.
  • Der Kohlensäure-Überdruck muss mindestens 3 bar betragen (Ein Perlwein hat einen Druck von nur 1 bis 2,5 bar!).

Ferner muss bei Schaumweinen die Geschmacksangabe wie z.B. trocken, extra dry auf dem Etikett genannt werden.

Wie kommt die Kohlensäure in den Wein?

Die Herstellungsverfahren für Champagner, Crémant, Sekt und Co. unterscheiden sich grundsätzlich in der Herkunft des Kohlenstoffdioxids. Ein Schaumwein kann auf drei verschiedene Arten den vorgeschriebenen Kohlensäuredruck erhalten. Man unterscheidet folgende Varianten:

  • Imprägnieren (Zusetzen von Kohlendioxid): Das Kohlendioxid stammt in diesem Fall nicht aus der Gärung des Grundweines, sondern wird durch Anwendung von Druck und Kühlung im Wein gelöst. Solche Schaumweine müssen entsprechend gekennzeichnet werden: „Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure“. Die imprägnierte Kohlensäure verteilt sich nicht so fein wie die Kohlensäure durch den Gärungsvorgang. Deshalb bleibt der Eindruck von Frische in solchen Weinen vordergründig. Diese Variante erkennt man an großen Perlen und einem relativ instabilen Schaum. Für deutschen Sekt ist diese Art des Zusetzens von Kohlendioxid nicht erlaubt.
  • Vergärung des Traubenmosts in geschlossenen Behältern (erste Gärung): Das Kohlenstoffdioxid resultiert hierbei aus einer ersten Gärung. Der Grundwein produziert das Gas selbst und wird nicht von außen zugeführt. Diese Methode wird „Méthode rurale“, „Asti-Methode“, “Méthode dioise ancestrale“ oder neuerdings „Pét Nat“ (franz. Pétillant Naturel = natürlich prickelnd) genannt. Bei der Gärung von Most zu Wein verarbeiten die Hefen den im Most gelösten Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid. Bei diesen Methoden wird der Grundwein bereits kurz vor dem Ende der ersten Gärung auf Flaschen gezogen oder in Tanks gefüllt und gärt in ihnen weiter. Da das Kohlendioxid aus den Behältnissen nicht entweichen kann, setzt es sich im Wein ab und bleibt als Kohlensäure darin gelöst. Das Ergebnis sind leicht moussierende Perlweine oder auch kräftige sprudelnde Schaumweine. Bekannte Sorten wie „Asti spumante“ (Piemont; langer Gärprozess ohne Zuckerzusatz!), „Clairette de Die“ (Côtes du Rhône) oder „Blanquette de Limoux“ (Languedoc) werden nur mit einer Gärung hergestellt.
  • Vergärung des (fertigen) Weins durch Zusatz von Zucker und Hefe zu Schaumwein (zweite Gärung) Diese zweite Gärung kann in der Flasche oder in Großbehältern erfolgen. Hier entsteht das Kohlenstoffdioxid bei der zweiten Gärung. In einer ersten Gärung konnte das entstandene Gas bereits entweichen. Für die zweite Gärung wird dem Grundwein eine Mischung aus Zucker und Hefe (Tirage) zugesetzt. Die Hefe wandelt den Zucker dann in Alkohol und Kohlendioxid um. Da die zweite Gärung in druckdichten Flaschen und/oder Tanks vollzogen wird, kann Kohlendioxid nicht entweichen und löst sich in der Flüssigkeit.

Perlwein versus Schaumwein

Bei Perlwein (z.B. „Prosecco frizzante“) handelt es sich um einen Wein, der bei 20 Grad Celsius einen Kohlensäuredruck von 1-2,5 bar aufweist und erkennbar perlt. Perlweine sind weder Stillweine noch Schaumweine, sondern bilden eine eigene Gruppe. Die Weinart (z.B. Weißwein) und Güteklasse (z.B. Tafel- oder Qualitätswein) muss auf dem Etikett angegeben werden. Perlweine müssen in schlanke, herkömmliche Weinflaschen gefüllt und dürfen nicht in Schaumweinflaschen verkauft werden. Meist haben sie einen Drehverschluss oder einen Korken und darüber befindliche Folien oder Bänder. Auch ein Kronkorken als Verschluss ist möglich. Bei Perlwein muss, anders als bei Schaumweinen, die Geschmacksangabe (trocken, halbtrocken, mild) nicht auf dem Etikett genannt werden.

Verfahren zur Schaumweinherstellung

Schaumwein perlt dank einer Gärung in einem geschlossenen Behälter. Dabei sind drei Herstellungsverfahren üblich:

  1. Traditionelle Flaschengärung
  2. Flaschengärung im Transvasierverfahren
  3. Großraum-/Charmat-Verfahren

Traditionelle Flaschengärung

Wird der Gärvorgang in Glasflaschen durchgeführt spricht man von Flaschengärung. Bei der traditionellen Methode der Flaschengärung („Méthode traditionelle“, „Méthode Champenoise“/ Champagnermethode bei Champagner) erfolgt der Gärvorgang, das Rütteln, das Degorgieren und der Verkauf in der gleichen Flasche.

Bei dieser Methode wird der Grundwein gemeinsam mit einem Zusatz von Zucker und Hefe (Tirage) in eine dickwandige Schaumweinflasche gegeben und mit Kronkorken verschlossen. Ist der Zucker komplett abgebaut, endet der Gärprozess und die abgestorbene Hefe verbleibt in der Flasche. Der darauffolgende Reifeprozess nennt man „auf der Hefe liegen“. Für die einzelnen Schaumweinsorten sind bestimmte „Mindestliegezeiten“ vorgeschrieben (z.B. Champagner 36 Monate). Die Remuage (Rütteln) sorgt dafür, dass sich das Hefedepot allmählich im Flaschenhals ansammelt. Dabei wird die Flasche per Hand oder mechanisch leicht um die eigene Achse gedreht und im so genannten Rüttelpult in einen immer steileren Winkel gebracht, bis sie sich am Ende der Reifezeit in einer fast vertikalen Position befindet.

Nach dem erforderlichen Reifeprozess wird die sich im Flaschenhals befindliche Hefe entfernt (Degorgieren). Dazu wird der Flaschenhals in einem Eisbad eingefroren und der Kronkorken mit einer schnellen Bewegung und im richtigen Winkel entfernt, so dass das gefrorene Hefedepot durch den Druck der Kohlensäure aus der Flasche schnellt. Wird das Hefedepot nicht eingefroren, kann die Hefe auch warm degorgiert werden, was allerdings vom Durchführenden sehr viel Geschick und Schnelligkeit erfordert.  

Der beim Degorgieren entstehende Flüssigkeitsschwund wird mit der so genannten Dosage (Gemisch aus identischem Schaumwein und Zuckersirup) aufgefüllt. Bei einer „Zero Dosage“ (pas dosé, brut, nature, naturherb) wird gänzlich auf die Dosage verzichtet. Der Restzuckergehalt eines solchen Schaumweins beträgt dann weniger als 3 g pro Liter. Eine Dosage ist ein gängiger Vorgang, um den Schaumwein harmonisch zu gestalten und den Eindruck der Säure zu mindern. Im Anschluss an die Dosage wird die Flasche endgültig verkorkt.

Die traditionelle Flaschengärung gilt als die renommierteste Herstellungsmethode. Sie bringt höchste Qualitäten und eine besonders feine Kohlensäure hervor, doch ist sie auch eine der teuersten Herstellungsmethoden. Der Kellermeister vinifiziert den Traubenmost zu trockenem Weißwein (bzw. einer Mischung aus Rot- und Weißwein für Rosé Schaumweine), der Grundwein genannt wird. Anschließend verschneidet der Kellermeister die Grundweine zu einer Cuvée. Dies geschieht auch bei reinsortigen Weinen, da häufig Trauben aus verschiedenen Lagen genutzt werden.

Das traditionelle Flaschengärverfahren ist für die Herstellung von Champagner, Crémant und Cava zwingend vorgeschrieben. Auch in Deutschland werden hochwertige Schaumweine, vornehmlich Winzersekt, zunehmend nach der Champagnermethode erzeugt.

Flaschengärung im Transvasierverfahren

Der Unterschied zwischen der traditionellen Flaschengärung und der einfachen Flaschengärung (Transvasierverfahren) liegt in der Art und Weise, wie die Hefe nach der Lagerzeit vom Schaumwein getrennt wird.

Beim Transvasierverfahren findet die Gärung zunächst in einer speziellen Gärflasche statt. Danach erfolgt das Umfüllen in Drucktanks unter Anwendung von Gegendruckfüllern, um einen Druckverlust beim Umfüllen zu vermeiden, und die gleichzeitige Filtrierung des Schaumweins. Die Hefe wird also nicht abgerüttelt und später degorgiert, sondern beim Entleeren der Flaschen unter Druck durch Filtration entfernt. Die Dosage erfolgt danach im Drucktank. Der Schaumwein wird nach Fertigstellung in neue Flaschen gefüllt.

Somit können mittels dem Transvasierverfahren die Vorteile der traditionellen Flaschengärung beibehalten, jedoch das personalintensive Entfernen der Hefe vermieden werden. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die Cuvée durch die Entleerung vereinheitlicht wird. Mögliche Geschmacksunterschiede, die durch den unterschiedlichen Gärverlauf in den einzelnen Flaschen entstehen, werden durch die Entleerung in die Drucktanks ausgeglichen.

Weil die zweite Gärung des Schaumweins wie bei der traditionellen Flaschengärung in Flaschen stattfindet, darf der im Transvasierverfahren hergestellte Schaumwein als „Flaschengärung“ etikettiert werden. Allerdings nur, wenn die Mindestherstellungsdauer neun Monate und die Lagerung auf der Hefe mindestens 60 Tage beträgt.

Großraumgärung/ Charmat-Methode

Schaumweine können auch ohne Flaschengärung erzeugt werden. Durch die Vergärung und Lagerung in modernen Großraumbehältern (auch „Cuve-Clos“ oder Tankgärverfahren genannt) können größere Mengen geschmacklich identischer Schaumweine hergestellt werden. Dieses Verfahren ist zudem deutlich günstiger als andere Methoden, da es die wenigsten Arbeitsschritte und am wenigsten Platz benötigt. Der überwiegende Anteil an deutschem Sekt wird auf diese Weise produziert.

Als Begründer dieser Methode gilt der französische Önologe und Erfinder der Druckbehälter Eugène Charmat. In Italien ist dieses Verfahren unter „Metodo Martinotti“ bekannt, nach dem Önologen Federico Martinotti, der Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Technologie zur Herstellung von Schaumweinen erfand.

Bei diesem Verfahren werden die Grundweine mit der Tirage in druckbeständige Edelstahltanks gefüllt und durchlaufen in ihnen die zweite Gärung. Nun beginnt die Reifezeit im Tank, um die gesetzlich vorgeschriebene Herstellungszeit der jeweiligen Schaumweine (z.B. Sekt = sechs Monate) zu erreichen Nach der geschmacklichen Abstimmung wird der Schaumwein unter Gegendruck filtriert und in Flaschen abgefüllt.

Man kann davon ausgehen, dass dieses Verfahren angewandt wurde, wenn auf der Flasche kein Hinweis auf „Flaschengärung“ zu finden ist.

Schaumweinsorten

Champagner und Crémant – berühmte französische Schaumweine

Champagner

Als Champagner werden Qualitätsschaumweine bezeichnet, die in der französischen Region Champagne hergestellt werden. Sie werden nach der „Méthode Champenoise“ hergestellt. Dieser Begriff, der die traditionelle Flaschengärung bezeichnet, darf offiziell nur für die Herstellung von Champagner verwendet werden. Die Kohlensäure im Champagner entsteht bei der zweiten Gärung in der Flasche. Die Flasche muss hierfür bestimmte Bedingungen erfüllen, da sie einem sehr hohen Druck standhalten muss. Deshalb haben die Champagnerflaschen eine konische Vertiefung im Boden, die die Druckfähigkeit erhöht. Champagner reift mindestens 15 Monate in der Flasche, davon verpflichtend 12 Monate auf der Hefe. Dadurch entsteht beim Champagner ein Druck von 6 bar.

Champagner wird fast ausschließlich aus drei Rebsorten hergestellt:

  • Pinot Noir für Noten von Orangen und roten Früchten
  • Pinot Meunier für die Fülle und Noten von gelben Äpfeln
  • Chardonnay für Zitrus- und Marzipannoten

Es gibt verschiedene Stile von Champagner:

  • Jahrgangslos: Champagner aus konsistenten Hausweinen, die mindestens 15 Monate gereift sind.
  • Blancs de Blancs: Champagner aus 100% Chardonnay-Weinen.
  • Blancs de Noirs: Champagner aus Pinot Noir- und Pinot Meunier-Weinen.
  • Rosé: Champagner mit roten Fruchtnoten.
  • Jahrgangswein: mindestens 36 Monate gereifter Champagner.
  • Cuvée spéciale: mindestens sechs bis sieben Jahre gereifter Champagner, um nussige tertiäre Aromen zu entwickeln.

Der klassische Champagner schmeckt kräftig und nachhaltig. Über 90 Prozent aller Champagner sind brut, also trocken, und enthalten weniger als ein halbes Gramm Zucker pro Glas. Es gibt Champagner in weiß oder rosé. Die Trinkreife beträgt bis zu 10 Jahre. Champagner wird eiskalt in eine Flûte oder in einem Weißweinglas serviert.

Flaschengrößen bei Champagner 

Die einzelnen Flaschen für Champagner tragen je nach Volumen verschiedene Namen. Von Piccolo mit einem Viertel Liter Inhalt bis zu den großen Midas-Flaschen mit einem Inhalt von 30 Litern findest du in der folgenden Grafik sämtliche gängige Bezeichnungen. Beachte, dass die Bezeichnungen in einzelnen Ländern sich davon unterscheiden können.

Flaschengrößen Champagner

Weißt du, was Sabrieren ist? So nennt man das Öffnen einer Champagnerflasche mit einem Champagnersäbel.

Crémant

Als Crémant bezeichnet man höherwertige Schaumweine, die im restlichen Frankreich (außerhalb der Champagne) produziert werden. Da Crémant keine Ursprungsbezeichnung, sondern eine Qualitätsanforderung ist, kann man ihn auch in anderen EU-Ländern produzieren. Sie werden, wie Champagner auch, nach der „Méthode traditionelle“ (traditionelle Flaschengärung) hergestellt. Seit den 80er Jahren darf der Begriff „Méthode Champenoise“ (auch Flaschengärung) nur im Zusammenhang mit der Herstellung von Champagner verwendet werden.

Seit 1994 wird unter Crémant ein Champagner verstanden, der statt der üblichen 6 bar Überdruck nur die gesetzliche Mindestforderung von 3,5 bar (wie Sekt) erfüllt und außerhalb der Champagne produziert wird. Ein Crémant reift mindestens 12 Monate in der Flasche, davon mindestens 9 Monate auf der Hefe. In Frankreich ist die Bezeichnung Crémant für acht Weinbauregionen zugelassen: Elsass (Alsace), Bordeaux, Burgund (Bourgogne), Rhône, Limoux/Languedoc, Jura, Loire und Savoyen (Savoie).

Für den Crémant kommen mehr Rebsorten in Frage als beim Champagner. So kann ein Winzer je nach Region folgende Rebsorten verwenden: Chenin Blanc, Chardonnay, Pinot Noir, Auxerrois oder auch Cabernet Franc.

Je nach verwendeter Rebsorte findet man auf den Etiketten noch die Bezeichnungen Blanc de Noirs oder Blanc de Blancs. Dies bedeutet, dass der weiße Crémant ausschließlich aus roten oder weißen Trauben hergestellt wurde. Darüber hinaus gibt es auch Crémant rosé.

Sekt, Winzersekt, aber auch Crémant – Schaumweine aus Deutschland

Sekt

Sekt ist die vor allem in Deutschland und Österreich gängige Bezeichnung für Qualitätsschaumwein und muss mindestens einen Alkoholgehalt von zehn Volumenprozent vorweisen. Der Grundwein und die Dosage müssen außerdem aus demselben Anbaugebiet stammen. Entscheidend für Geschmack und Qualität des Sektes ist die Auswahl der Grundweine, aus denen die Cuvée zusammengestellt wird. Die Winzer verwenden für Sekt vor allem säurehaltige Rebsorten wie Riesling, aber auch Chardonnay oder Weißburgunder im Mix oder sie bauen den Wein reinsortig aus. Sekt muss einen Mindestdruck von 3,5 bar haben, damit er so genannt werden darf.

Die Herstellung von Sekt erfolgt entweder nach dem traditionellen oder einfachen Flaschengärverfahren (Transvasierverfahren) oder nach der Charmat-Methode. Sekt muss bei der traditionellen Flaschengärung mindestens neun Monate, bei der einfachen Flaschengärung mindestens 90 Tage und bei der Tankgärung mindestens 30 Tage (in Tanks mit Rührwerk) bzw. 60 Tage (in Tanks ohne Rührwerk) auf der Hefe liegen. Die Mindestherstellungszeit beträgt in der Flasche 9 Monate, in Tanks 6 Monate.  

Es gibt verschiedene Qualitätsstufen von Sekt:

  • Qualitätsschaumwein [„Deutscher Sekt“]: Hier müssen die Trauben aus Deutschland kommen und auch da verarbeitet werden. Allerdings sind verschiedene Anbaugebiete möglich. Er muss mindestens 90 Tage auf der Hefe reifen.
  • Qualitätsschaumwein b.A. (= bestimmter Anbaugebiete) [„Sekt b.A.“]: Hierzu müssen die Trauben des Sektgrundweines aus einer Weinbauregion kommen. Er reift mindestens neun Monate auf der Hefe.

Winzersekt

Winzersekt ist ein Schaumwein, der ausschließlich aus den eigenen Trauben vom jeweiligen Winzer gewonnen wird. Meist werden sie sortenrein aus Riesling oder Weißburgunder ausgebaut. Es gibt aber immer mehr Cuvées, also ein Mix aus mehreren Sorten, auf dem Markt. Winzersekt muss mit Angaben über den Weinbaubetrieb, die Rebsorte und den Jahrgang ausgezeichnet werden. Er wird, wie Champagner oder Crémant auch, im traditionellen Flaschengärverfahren hergestellt. Außerdem muss er mindestens neun Monate auf der Hefe reifen.   

Crémant

Beim Begriff Crémant handelt es sich nicht um eine Herkunftsbezeichnung, sondern um Richtlinien für die Herstellung dieses Schaumweins. Diese gelten in der gesamten Europäischen Union. Demzufolge kann und darf ein Crémant auch in der gesamten EU produziert werden, außer in der französischen Region Champagne. Ein Crémant muss bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, was beispielsweise die Lese von Hand und die Pressung der Trauben angeht oder wie hoch die maximale Ausbringungsmenge im Verhältnis zu den geernteten Trauben sein darf.  Auch muss bei einem Crémant immer auch das Anbaugebiet angegeben werden und natürlich nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt werden. Gemeinsam mit dem Winzersekt stellen Crémant die Qualitätsspitze deutscher Schaumweine dar.

Prosecco – italienischer Schaumwein

Prosecco war bis Ende 2009 die Bezeichnung einer weißen Rebsorte, die jetzt Glera genannt werden muss. Sie wächst nur im Nordosten Italiens in der Provinz Treviso in der Region Venetien und deren Lese darf für Prosecco auch nur dort stattfinden. Prosecco wird überwiegend (zu 85- 100%) aus der Rebsorte Glera gewonnen. Andere Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio und Pinot Nero sowie einheimische Sorten wie Bianchetta, Perera, Verdiso, Glera lunga dürfen bis maximal 15 Prozent zugesetzt werden.

Pro­sec­co ist eine geschütz­te Her­kunfts­be­zeich­nung. Es gibt grundsätzlich zwei Bezeichnungen, für die u.a. Auflagen zum Anbaugebiet, zur Herstellung und zum Abfüllort gelten:  

  1. DOC („Deno­mi­na­zio­ne di ori­gi­ne con­trolla­ta”): Diese Herkunftsbezeichnung verweist auf ein breiteres Herkunftsgebiet (fünf Provinzen in der Region Venetien sowie in Friaul-Julisch Venetien). Prosecco DOC Treviso gehört in dieser Gruppe zu den Spitzenqualitäten.
  2. DOCG („Deno­mi­na­zio­ne di Ori­gi­ne Con­trolla­ta e Garan­ti­ta”: Hier ist das Herkunftsgebiet eingeschränkt und es gelten strengere Richtlinien als bei D.O.C.
    1. Prosecco Colli Asolani DOCG stammt aus der Gegend um die Stadt Asolo
    2. Prosecco Conegliano Valdobbiadene DOCG stammt aus den zwei Anbaugebieten Valdobbiadene und Conegliano in der Provinz Treviso (Region Venetien).

Prosecco IGT („Indicazione Geografica Tipica“) ist eine veraltete Bezeichnung und darf nicht mehr verwendet werden.

Prosecco gibt es als Schaumwein (Prosecco Spumante), Perlwein (Prosecco Frizzante) und als weißen Stillwein (Prosecco Tranquilo).

Prosecco Spumante wird überwiegend trocken ausgebaut. Er hat einen Druck von über 3 bar. Merkmal für einen Prosecco Spumante ist der herkömmliche Sektkorken, der mit einer Agraffe (Drahtbügel) verschlossen ist. Er wird fast ausschließlich in Tankgärverfahren hergestellt, eher selten in traditioneller Flaschengärung. Der Alkoholgehalt eines Prosecco Spumante beträgt mindestens 11 Volumenprozent. Seit 2021 ist es erlaubt, Prosecco Spumante rosé zu produzieren. Dafür müssen zu mindestens 85 Prozent Glera- und zu 10 Prozent Pinot Nero-Trauben verwendet werden.

Prosecco Frizzante hingegen ist ein Perlwein und zählt nicht zu den Schaumweinen. Er hat einen niedrigeren Alkoholgehalt und Druck, perlt entsprechend weniger und ist erkennbar am Verschluss mit einem ein­fa­chen Kor­ken, der mit einer Schnur gesi­chert wird. Heutzutage wird er vermehrt auch mit einem Schraubverschluss oder mit Kronkorken angeboten. Auf Prosecco Frizzante wird keine Sekt bzw. Schaumweinsteuer erhoben, denn vom Gesetz her zählt er zu den Weinen und wird nicht besteuert.

Prosecco wird am besten eiskalt in einem Weißweinglas serviert. Ein Prosecco sollte innerhalb zwei Jahren getrunken werden.

Cava - Schaumwein aus Spanien

Cava ist ein Schaum­wein, der in Spanien produziert wird, überwiegend im katalonischen Penedès westlich von Barcelona. Der Name „Cava“ ist eine Qua­li­täts­be­zeich­nung. Es gibt bestimmte Vorschriften zur Produktion von Cava, angefangen bei den zugelassenen Rebsorten, der Pflanzendichte, den Orten und Weingütern sowie weitere wie u.a. den Druck, Alkohol- und Säuregehalt des Schaumweins. Cava muss einen Alko­hol­ge­halt zwischen 10,8 und 12,8 Volumenprozent sowie einen Säu­re­ge­halt von min­des­tens 5,5 Gramm pro Liter vorweisen können. Außerdem muss der Druck in der Flasche bei 20 °C min­des­tens 3,5 bar sein.

Cava wird hauptsächlich aus den drei Weißwein-Rebsorten hergestellt:

  • Macabeo (alias Viura, Macabeu) für florale, Aprikosen- und Beerennoten,
  • Xarello für die Säure,
  • Parellada für Quitten- Apfel- und Zitrusnoten.

Es sind weitere weiße und rote Reb­sor­ten zuge­las­sen wie Char­don­nay und Mal­va­sia sowie Gar­na­t­xa, Monast­rell, Tre­pat und Pinot Noir.

Cava wird nach der „Métho­de Traditionelle“ her­ge­stellt und muss mindestens neun Mona­te in der Fla­sche auf der Hefe rei­fen. Je länger der Cava reift, desto besser die Qua­li­tä­t. Es gibt drei Qualitätsstufen:

  • Cava Standard (mindestens 9 Monate gereift)
  • Reserva (mindestens 15 Monate gereift)
  • Gran Reserva (mindestens 30 Monate gereift und mit Jahrgangsangabe)

Geschmacksangaben bei Schaumwein

Bei Schaumweinen müssen die Geschmacksangaben auf dem Etikett ausgezeichnet werden.

Geschmacksangabe

Restzuckergehalt

brut nature, naturherb, pas dosé, dosage zéro

< 3 g/ Liter (nur wenn kein Zucker zugesetzt wurde)

extra brut, extra herb

< 6 g/Liter

brut, herb

< 12 g/Liter

extra dry, extra trocken

12 - 17 g/Liter

sec, trocken, dry

17 - 32 g/Liter

demi sec, halbtrocken, medium dry

32 - 50 g/Liter

doux, mild, sweet, dolce

> 50 g/Liter

Schaumweinsteuer bzw. Sektsteuer

Die Schaumweinsteuer bzw. Sektsteuer wurde 1902 zur Finanzierung der Kriegsflotte von Kaiser Wilhelm II eingeführt. Auch wenn es die Flotte längst nicht mehr gibt, blieb die Sektsteuer bis heute erhalten. Sie beträgt aktuell (Stand 2022) 1,02 € pro 0,75l Flasche und hängt von der Flaschengröße ab. Lediglich Prosecco Frizzante ist von dieser Steuer ausgenommen, denn dieser gilt wegen des geringeren Flaschendrucks steuerlich als Wein.

 

Bild: Adobe #95125429

Schreibe einen Kommentar

What are your experiences? Read or write a review here.

*Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Pflichtfelder